Andreas Schumann • 3. Juni 2026

Des Kaisers neue Kleider

Ein Schlitzohr von einem Schneider näht dem Kaiser einen Anzug aus dem vorgeblich besten und feinsten Zwirn. In Wirklichkeit besteht der Stoff  aus Luft und ist dehalb vollkommen durchsichtig. Da sich der König beim Anprobierem des Anzugs etwas bloß fühlt, äußer er Zweifel . Aber der Schneider schafft es, dem König um den Finger zu wickeln. Er erklärt dem Kaiser, dass nur die klügsten Köpfe den Anzug sehen können. Der Kaiser, der selbst nicht zu den Schlauesten gehört, sieht die Gelegenheit unter seinen Untertanen ein Massenassessment der geistigen Fähigkeiten  zu veranstalten. Er ordnet für dem Staatsfeiertag eine Parade an. und zieht in seinen neuen Kleidern durch die Stadt. Die Bürger, scharf darauf, einen möglichst intelligenten Einduck zu hinterlasse, zollen dem König stehende Ovationen.Erst als ein Kind in der ersten Reihe laut ausruft, dass der Kaiser ja gar keine Kleider anhat, schlägt die Stimmung um. Alle bemerken, dass sie Opfer einer Täuschung geworden ist, hinter der sie blind hergelaufen sind. Die Pointe der Geschichte ist der Konformismus und Mutlosigleit der Protagonisten. Was ist an dieser Geschichte aktuell? Nein, der Opportunismus ist nicht ausgerottet. Aber wenden wir uns dem Kind zu. Verdient es sich die Heldenrolle? Nein, denn das Kind hat in diesem Setting selbstein eigennnütziges Motiv. Sein Antrieb ist narzisstischer Natur. Mit „Herr Lehrer, Herr Lehrer, ich weiß was,“ offenbart das Kind, daß es auf Kosten der der bloßgestellten Figuren Punkte sammeln will. Und dafür wird irgendwenn eine Rechnung kommen.

Das kluge Kind wird den Gedankenschwenk so vortragen, daß er auf der Beziehungsebene keinen unwiderruflichen Schaden produziert. Die Musterlösung würde dann prinzipiell so aussehen: He Leute, seht was für schöne Haare der König auf der Bust trägt!