Geh' nicht zu Deinem Fürscht', wenn du nicht gerufen würscht
Geh' nit zu Deinem Fürscht, wenn Du nit geruffe würscht
Dieser im siegerländer Akzent am authenischsten klingendeSatz ist Maxime vieler Mittelmanager, die sich darauf konzentrieren, eine gute Arbeit zu leisten. In der Überzeugung Ihres Könnens vertrauen sie darauf, dass sie unangreifbar sind. Dabei übersehen sie leicht, dass der Vorgesetzte, sofern er nicht zufällig Fachmann der betroffenen Disziplin ist, dieses Können in der Regel nicht an der handwerklichen Qualität der Arbeit, sondern eher an den Endergebnissen und den Auswirkungen auf sich selbst bewertet Läuft der Laden? Läuft er Konfliktfrei? Zieht es mich herunter? Wenn es schwierig wird, ist es wichtig daß der Chef gut gebrieft ist, daß er über schwelende Kritik informiert, Intrigen abwendet und sich proaktiv für das betreffende Ressort einsetzt.
Gut beraten ist, wer sich die Zeit nimmt, mit dem Vorgesetzten über die Berichterstattung hinaus im Gespräch zu bleiben. Hierdurch gewinnnt er Rückendeckung. Und wann soll man denn noch unter der Tür des Chefs durchschlüpfen? Je nach Charakter, am besten morgens, halb sechs. Das verschafft gegenseitigen Respekt.