Unforced Error
Wer ein bißchen älter ist, erinnert sich an den Wimbledon Klassiker: John McEnroe gegen Björn Borg mit ihren endlose Grundlinienduellen. Minutenang geht es „Tok – Tak – Tok – Tak… Tok – Tak“. Der Kommentator ist eingenickt, bis urplötzlich und völlig überraschend der Schiedsrichter aus dem Lautsprecher quakt: „OUT“. Der Kommentator wacht auf „..und da geht der Ball um Zentimeter ins Aus, unforced error John McEnroe ….“.
Anderer Schauplatz: eine Vertragsverhandlung steht im Abschluß, alle Details sind geklärt, Handshake. Die Spannung hat sich gelöst, Nun geht das Gespräch ins Unverbindliche. „Ich hätte nicht gedacht, daß wir uns so schnell einig werden“ offenbart ein Teilnehmer dem Lieferanten, „über die Sonderrabatte freuen wir uns ja besonders“ hört man aus einer anderen Richtung. Man will laut „unforced Error“ schreien. Es ist der Moment, in dem die Leute schwatzhaft werden. Wie der Motorradfahrer, der wie magnetisch von den im nassen Pflaster verlegten Straßenbahnschienen angezogen wird, und trotz aller Kurskorrekturen einfädelt und stürzt, ebenso drängt das Unterbewußtsein die Gedanken auf die Felder, die man in der Verhandlung noch geschickt umgangen hat. Wenn jetzt nicht äußerste Disziplin waltet, droht die Katastrophe. Schnell wird der Sack, der bereits zu war, wieder aufgeknotet. Hättest Du geschwiegen, wärst ein Philosoph Du geblieben!